AnyRoad69 Apple Rooftop

 Anmeldungsdatum: 25.03.2005 Beiträge: 5526 Wohnort: Neuruppin
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Verfasst am: 22.04.2005, 12:03 Titel: John Lennon's Geist ist unter uns |
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San Francisco (dpa) - Yoko Ono ist fest davon überzeugt, dass John Lennon das Musical «Lennon» gefallen würde. Die 72-jährige Witwe des vor 25 Jahren ermordeten Ex-Beatle schwärmte in dieser Woche nach der Welt-Premiere in San Francisco, dass die Produktion «genau den Geist Lennons getroffen hat».
Die für gewöhnlich sehr zurückhaltende Künstlerin und Mutter von Lennons Sohn Sean hatte Regisseur Don Scardino grünes Licht gegeben, die Lebensgeschichte des Musikers als Musical aufzubereiten. Als Zugabe steuerte Ono noch zwei bisher unveröffentlichte Lieder «India, India» und «I don't Want to Lose You» bei.
Mit 27 Beatles- und Lennonsongs, darunter «Imagine», «Twist and Shout», «Give Peace a Chance» und «Woman», und einem Skript, das zu 90 Prozent Lennons und Yoko Onos eigene Worte benutzt, ist «Lennon» eine schillernde Hommage an das mit 40 Jahren gestorbene Musikgenie. Die Suche nach dem idealen Hauptdarsteller wurde raffiniert gelöst. Neun Männer und Frauen - Schwarze, Weiße und Asiaten - treten überzeugend als John Lennon in Aktion. «Er wäre stolz darauf», meint Ono. «Die Zuschauer werden dadurch an seinen festen Glauben an eine vereinte Welt ohne Schranken erinnert».
Beinahe chronologisch wird Lennons Leben mit seinen Liedern nacherzählt. «John war wie ein Tagebuchschreiber. Seine Songs spiegeln seine persönlichen Erlebnisse wieder», erklärt Scardino. Mit der Projektion von Familienfotos, Filmaufnahmen, Videos und Lennons Zeichnungen wird das musikalische Geschehen untermalt: vom ersten Auftritt der Beatles in Hamburg, ihrem indischen Ausflug in die transzendentale Meditation, über John und Yokos «Bed-In»- und Antikriegsdemonstrationen, ihre bittere Trennung, die Geburt ihres Sohnes Sean bis zum gewaltsamen Tod des Musikers im Dezember 1980 vor seiner New Yorker Wohnung.
Ono hat hat kein Problem damit, recht persönliche Songs, wie «I Don't Want to Lose You» auf einer Show-Bühne zu präsentieren. Lennon habe gerne über seine Gefühle und Erkenntnisse geredet und dies seinen Fans mitgeteilt, versicherte Ono dem «San Francisco Chronicle». Lennon, der meist kompromisslos seinem eigenen Weg und Idealen folgte, macht als «Lennon» nun den neuesten Trend mit. Pop-Musicals haben die amerikanischen Bühnen in Beschlag genommen, von «Mamma Mia!» (Abba) über «Good Vibrations» (Beach Boys) und «All Shook Up» (Elvis Presley) bis zu «We Will Rock You» (Queen).
Doch für Scardino geht «Lennon» mit seiner politischen Aussage weit über ein Pop-Spektakel hinaus. Die begeisterte Premieren-Zuschauerin Lisa Hori-Garcia gibt dem Regisseur Recht. «Lennons Friedensbotschaft ist heute genauso wichtig wie damals. Doch neben der ernsteren Aussage des Stücks ist es einfach ein wunderbares Erlebnis, Lennons Lieder und Worte durch so viele unterschiedliche Darsteller neu zu hören.»
Die Zuschauer würden zudem über Lennon erfahren, dass er ein «sehr komplizierter Mann» war, meint Ono. «Er war aber auch sehr ehrlich, eine Eigenschaft, die in der heutigen Welt fehlt. Es ist gut, daran zu erinnern.»
Nach dem Auftakt in San Francisco und einer Zwischenstation in Boston soll die Show am 7. Juli an den New Yorker Broadway gehen |
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