AnyRoad69 Apple Rooftop

 Anmeldungsdatum: 25.03.2005 Beiträge: 5526 Wohnort: Neuruppin
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Verfasst am: 11.08.2005, 10:10 Titel: PLÄNE FÜR NEUEN »STAR CLUB | |
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http://www.mopo.de/nachrichten/102_panorama_85006.html
Auferstehung einer Legende
STEPHANIE LAMPRECHT
Sensation auf dem Kiez Zwei dänische Investoren wollen den Beat-Club wieder aufbauen / Gebäude schon gekauft
Zwei dänische Geschäftsleute und ein Traum: Per Grønfeldt (40) und Lars Andersen (46) wollen den berühmtesten Hamburger Club aller Zeiten neu errichten: den Star Club, "Geburtsort" der Beatles. Den Gebäudekomplex rund um die legendäre Adresse Große Freiheit 39 haben sie bereits gekauft. Bisher erinnert nur ein Gedenkstein im Hof an die glorreiche Vergangenheit, begehrtes Foto-Motiv für Fans aus aller Welt.
Die beiden Investoren sind zu jung, um die Beatle-Mania selbst mit erlebt zu haben. Trotzdem haben Grønfeldt und Andersen Feuer gefangen für die Idee, den 60er-Jahre-Mythos "Star Club" wieder zum Leben zu erwecken: "Auf der ganzen Welt kennt man St. Pauli", sagt Per Grønfeldt, "und der ,Star Club' ist ein berühmter Teil von St. Pauli."
Zwischen 1962 und 1969 pilgerten eine Million Besucher pro Jahr in den Kiez-Club, drängten sich vor der Bühne mit der Manhattan-Skyline. Fats Domino, Ray Charles, Bill Haley - der Club an der Großen Freiheit war Kult, lange bevor das Wort erfunden wurde.
Das ambitionierte Projekt des "neuen Star Clubs" steht in den Startlöchern: "Noch ist alles eine Vision", erzählt Lars Andersen. Aber seine Augen strahlen, wenn er beginnt "rumzuspinnen", wie er es nennt: "Wir wollen keine 1:1-Kopie und kein Museum bauen, sondern einen attraktiven Club, in dem auch Bands auftreten sollen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen."
Die Beatles kannte schließlich auch keiner, als sie 1962 auf dem Hamburger Kiez ihre ersten Auftritte in Deutschland feierten. Rockmusik, das war Untergrund, Rebellentum.
Vielleicht könnte ein Teil des Neubaus originalgetreu dem alten "Star Club" nachempfunden sein. Man könnte Führungen anbieten, vielleicht Filme zeigen oder eine Bühnenshow - an Träumen mangelt es dem kreativen Investoren-Duo aus dem hohen Norden nicht.
Worauf beide Wert legen: "Wir werden das Vorhaben mit viel Respekt für die vorhandenen Geschäfte planen." Keiner der derzeitigen Mieter müsse sich Sorgen machen.
Um die Visionen in die Tat umzusetzen, soll ein Konsortium gegründet werden, das bis zum kommenden Frühjahr ein tragbares Konzept entwickelt. Als symbolträchtiger Tag der Vorstellung ist der 13. April 2006 ins Auge gefasst - auf den Tag genau 44 Jahre nach der Eröffnung des Original-Clubs.
Die Idee, Deutschlands ersten Beat-Club wieder lebendig werden zu lassen, kam Per Grønfeldt Anfang des Jahres bei einer nächtlichen Stadtführung über den Kiez: "Ich sah den Gedenkstein für den Star Club und dachte ,Wie armselig, was davon übrig geblieben ist'."
Als er seinem langjährigen Freund und Geschäftspartner Andersen von seinem Eindruck berichtete, war der sofort überzeugt: "Das ist ein aufregendes Projekt. Das versuchen wir."
Beide waren im Software-Geschäft, widmen sich nach dem Verkauf ihrer Firma neuen Projekten. Seit 1990 leben sie mit ihren Familien in Hamburg, fühlen sich der Stadt verbunden: "Wir sind stolz, ein Stück Hamburger Geschichte erworben zu haben." Einfach nur das Geld anlegen? "Das wäre keine Herausforderung", winkt Andersen ab: "Wir suchten ein ganz besonderes Projekt, das uns Spaß macht."
Der berühmteste Beat-Schuppen aller Zeiten: Eine Million Besucher kamen zwischen 1962 und 1969 jährlich in den Star-Club an der Großen Freiheit 39
Was Rang und Namen in der Rock-Szene hatte, trat im Star Club auf: 1967 stand Gitarrengott Jimi Hendrix an zwei Abenden auf der Bühne. "Die Not hat ein Ende! Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei!" stand auf den Plakaten zur Eröffnung am 13. April 1962. 25 Jahre später wurde der Schauplatz legendärer Konzerte nach einem Brand abgerissen. Der Club war damals längst geschlossen
Info:
DER STAR-CLUB UND SEINE GESCHICHTE
"Die Not hat ein Ende! Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei!" Am Freitag, den 13. April 1962 begann die kometenhafte Karriere eines Rockschuppens auf St. Pauli, der unter dem schlichten Namen "Star-Club" zu Weltruhm gelangte. Auf der Bühne des ehemaligen "Stern"-Kinos, mitten im harten Kern des Rotlicht-Quartiers, explodierten sieben Jahre lang wahre Rock- & Twist-Galaxien.
Mit der Star-Club-Legende sind Namen verbunden, deren einfache Nennung heute noch bei betagteren Damenkränzchen ungebremste Kreisch-Attacken auslösen. Die Beatles, sowieso, aber die ganze Star-Club-Kiste war knackvoll mit Sex, Drugs & Rock 'n' Roll Bill Haley, Jimi Hendrix, Little Richard, Chuck Berry, Ray Charles, Jerry Lee Lewis, Fats Domino, Gene Vincent, Tony Sheridan, Bo Diddley, die Everly Brothers, The Bachelors, Joey Dee & The Starliters sowie natürlich die deutsche Abteilung mit den Lords und Rattles.
Silvester 1969/70 verloschen mit einem grandiosen Abschiedskonzert von Hardin & York die Lichter am Star-Club-Himmel. Nach sieben glorreichen Jahren zog die Rock 'n' Roller-Karawane weiter. Nachmieter in der Großen Freiheit 39 wurde René Durand mit seinem Erotik-Theater "Salambo" - Sex & Drugs, ohne Rock. Am 18. Februar 1983 wurde das einstige Mekka der Rock-Musik durch ein Großfeuer vernichtet. (gph) |
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